Jeder Kreative, der in der Werbung arbeitet, hat seine eigenen Gründe, warum er seine Arbeit liebt. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, mit denen sich die Werbung von allen anderen Branchen abhebt. Fünf davon haben wir hier zusammengetragen. Wenn Du uns deine Gründe verraten willst, freuen wir uns sehr über einen Kommentar.

Abwechslung

Kreative haben einen der abwechslungsreichsten Berufe überhaupt. Man weiß nie so genau, was morgen passiert. Vielleicht braucht ein Kunde für eine Notfallanzeige schnell eine verrückte Idee. Vielleicht hat man selbst eine verrückte Idee, die man dem Kunden einfach mal vorstellt. Vielleicht findet der Kunde die neue Kampagne großartig, vielleicht verlangt er eine ganz neue Herangehensweise. Vielleicht arbeitet man morgen am Konzept für einen TV-Spot oder an einer Produkt­idee. Vielleicht ergibt sich ein potenzielles Neugeschäft und es wird schnellstens ein Konzept für eine Firma aus einer ganz neuen Branche gebraucht. Vielleicht ist aber auch mal nichts zu tun und man darf/soll seiner Kreativität für „Goldideen“ freien Lauf lassen.

In der Werbung ist also kein Tag, wie der andere. Eintönigkeit existiert nicht. Welcher andere Beruf kann das schon von sich behaupten?

 

Kreativität

Berufe, in denen vorwiegend kreativ gearbeitet wird, geben eine ganz andere Befriedigung. Man muss nicht nur etwas bearbeiten, sondern etwas erschaffen. Das Ergebnis trägt immer einen Teil des Kreativen in sich. Die Verbindung zur Arbeit ist deshalb ungleich stärker. Kreative bringen sich also viel mehr ein und genießen auch ganz automatisch viel größere Freiheiten. Es gibt immer eine Vielzahl möglicher Lösungen, die bedacht, ausprobiert, verworfen und schließlich verwirklicht werden wollen. Kreativen geht es nicht um die erstbeste, sondern die beste Lösung eines Problems. Kreatives Arbeiten braucht und erzeugt Leidenschaft und nur durch Leidenschaft gelangt man zu Höchstleistungen.

Herausforderung

Durch die immer neuen Aufgaben ergeben sich auch immer neue Herausforderungen. Kaum ein Problem kann auf dieselbe Weise gelöst werden, wie ein anderes. Neue Kunden bedeuten meist auch neue Branchen und neue Sichtweisen. Neue Kampagnen müssen sich immer von anderen unterscheiden und den Zeitgeist widerspiegeln. Neue Entwicklungen müssen beobachtet und bedacht werden. Ständig müssen neue Techniken angewandt und neue Medien genutzt werden. Kreative müssen sich immer wieder auf neue Situationen und Vorgaben einstellen.

Menschen, Gesellschaft und Technik verändern sich immer schneller und die Werbung muss Schritt halten. Morgen können sich alle Rahmenbedingungen wieder völlig verändern. Die Werbung ist eine tägliche Herausforderung. Das erweitert ständig den Horizont und lässt niemals Langeweile aufkommen.

Wer diese konstante Herausforderung scheut und lieber jeden Tag die gleiche Arbeit machen will, der wäre in der Werbung schlecht aufgehoben. Wer sich ständig weiterentwickeln will und die kreative Herausforderung sucht, der hat das Zeug zu einem hervorragenden Kreativen.


Community

Die deutsche Werbebranche ist so etwas wie eine große Familie. Obwohl die verschiedenen Agenturen natürlich Konkurrenten sind, verstehen sich die Kreativen untereinander meist sehr gut. Denn man kennt auch immer die Gesichter hinter den Agenturnamen. Das liegt nicht zuletzt an der hohen Fluktuation: Fast jeder wechselt in seiner Laufbahn mehrmals die Agentur. Und nach einigen Jahren kennt man so bereits unzählige Kreative in ganz Deutschland. Auf Kongressen, Award-Shows und Messen trifft sich die Branche, tauscht sich aus und feiert. Und durch Awards oder besonders aufsehenerregende Arbeiten wird man schnell in der Branche bekannt.

Insgesamt ergibt sich eine freundliche Vertrautheit, die einem bei aller Professionalität schnell das Gefühl gibt, dazuzugehören. Es gibt nur wenige Berührungsängste auch gegenüber den „Großen“ der Branche. Denn Werber sind offen, locker und umgänglich. Ausnahmen bestätigen die Regel. Und das „Du“ wird selbst von Vorgesetzten nicht angeboten, sondern vorausgesetzt.

Die Vertrautheit geht mitunter soweit, dass einige Werber scherzhaft murren, wenn sie auf Kongressen oder Events immer wieder dieselben Gesichter entdecken. Aber so ist das eben bei großen Familientreffen.


Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre unterscheidet sich natürlich von Agentur zu Agentur. Trotzdem kann man die Atmosphäre in einer Kreativagentur kaum mit der in einem mittelständischen Industrieunternehmen vergleichen.

Der Grund dafür ist einfach: Kreativität lässt sich nicht erzwingen. Wer auf der Suche nach einer guten Idee zwei Stunden erfolglos aus dem Fenster starrt, der braucht danach wahrscheinlich eine Pause. Auch wenn das Aus-dem-Fenster-Sehen gar nicht so anstrengend ausgesehen hat. Kreative müssen immer wieder ihren Kopf frei machen. Sie entscheiden deshalb selbst über Kaffee- und Raucherpausen und auch über deren Länge. Anders würde es auch kaum gehen. Eine lockere Atmosphäre fördert die Kreativität und schafft zugleich einen Gegenpol zur oft anstrengenden Arbeit.

Der obligatorische Agentur-Tischkicker ist hierfür nur eins von vielen Indizien. In den meisten Agenturen gibt es ein Regal mit Zeitungen, Magazinen und Büchern, die in Verschnaufpausen während der Arbeitszeit gelesen werden können. Die Zeiten, zu denen die Kreativen morgens in die Agentur kommen, variieren stark und tendieren zum Späten. Es gibt keine strengen Vorschriften über das private Surfen im Internet. Es ist auch kein Problem, wenn man mal kurz zum Supermarkt geht und für das Team eine Runde Eis spendiert.

Bei der kreativen Arbeit zählt nämlich am Ende nur das Ergebnis: sind alle damit zufrieden, interessiert es niemanden, wie lange man dafür gebraucht hat und wie lange die Mittagspause war.

 

 

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