Ein Mann steht in der Londoner Innenstadt und trägt ein Schild auf dem steht: „Fuck the poor!“. Er teilt Flyer aus und versucht Menschen davon zu überzeugen, dass „die Armen uns scheißegal sein sollten“. Wie zu erwarten war, kommt das bei den Passanten gar nicht gut an. Es gibt Streitgespräche und fast eine Schlägerei. Die Passanten setzen sich also für die Armen ein. Klar!

Doch dann tauscht der Mann das Schild und stellt sich mit einer „Help the poor!“-Botschaft an die gleiche Stelle. Er bittet um Spenden – doch die Menschen ignorieren ihn. Die Auflösung: „Wir wissen, dass du helfen willst. Bitte hilf mit einer Spende.“

Das Video hält uns den Spiegel vor. Jeder kann sich in die Situation der Passanten hineinversetzen und sich vorstellen, wie wir dem Mann mit dem „Fuck the poor!“-Schild die Meinung sagen und den Mann mit dem „Help the poor!“-Schild ignorieren. Man fühlt sich ein bisschen ertappt und die Botschaft kommt an: Mitgefühl bringt nicht viel, wenn man nicht auch etwas unternimmt.

Das Video wurde bisher über 4 Millionen mal angesehen, kommt von der Agentur Publicis in London und ist eine Aktion für die Organisation „Pilion Trust“.

In der Rubrik „Auch das ist Werbung“ stellen wir Ideen vor, die auf den ersten Blick vielleicht nicht viel damit zu tun haben, was wir unter Werbung verstehen. Trotzdem sind auch dies Kommunikations-Ideen hinter denen Werbeagenturen – also Texter und Art Direktoren – stehen. Und jede einzelne ist ein Beweis dafür, dass Werbung viel mehr sein kann, als Headlines und Logos. Und manchmal verändern Sie sogar das Leben der Menschen.

 

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